Eine breit gefächerte Öffentlichkeitsarbeit soll eine verbesserte Wahrnehmung der gesellschaftlichen Herausforderung durch die Krankheit Alzheimer und Demenz sowie ein besseres Verständnis und eine neue Versorgungskultur für die von dieser Krankheit Betroffenen und die sie pflegenden Angehörigen bewirken.

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Neu: »Menschen mit Demenz im Krankenhaus«

Referent: Dr. Josef Hille, Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft Leipzig

 

Demenz ist keine spezifische „Erkrankung“ des Gehirns. Aus medizinischer Sicht gesehen ist Demenz der Oberbegriff für altersverbundene Funktionsverluste infolge fortschreitender irreversibler Zerstörung des menschlichen Gehirns mit der Folge einer fortschreitenden Beeinträchtigung kognitiver Leistungen, mit Auswirkungen auf Kurzzeitgedächtnis, Denk- vermögen, Sprache und Motorik. Eine selbstbestimmte Lebensgestaltung wird dauerhaft und stetig zunehmend eingeschränkt. Demente Patienten können von einem bestimmten Stadium der Demenz an nicht mehr sagen, ob ihnen etwas weh tut oder ob sie etwas benötigen.
Für sie sind Krankenhäuser der „denkbar schlechteste Aufenthaltsort“. Für Menschen mit Demenz ist das eine ganz besondere Herausforderung: die veränderte Umgebung, die fremden und ständig wechselnden Menschen, der abweichende Tagesablauf. Patienten mit kognitiven Einschränkungen müssen deshalb frühzeitig im Krankenhaus erkannt werden, um das Risiko möglicher Komplikationen zu minimieren.
Kommunikation mit Demenzbetroffenen ist mehr als nur die Sprache. Professionelle Kommunikation muss deshalb verstehend, empathisch, effektiv und deeskalierend sein. Patienten mit Demenz brauchen vor allem menschliche Zuwendung, Einfühlungsvermögen und mehr Zeit, denn sie äußern ihre Bedürfnisse oft nur noch über die Mimik oder die Körperhaltung.
Der gelingende Verlauf eines Krankenhausaufenthaltes erfordert zudem neben der interprofessionellen Kommunikation vor allem den Dialog mit Angehörigen über den demenzbetroffenen Patienten.
Die Wissensbasis zum Demenzsyndrom und seinen Auswirkungen ist bei vielen Mitarbeitern im pflegerischen und im ärztlichen Bereich nicht ausreichend, um eine adäquate Versorgung der Patienten mit kognitivem Risiko sicher zu stellen. Die Fortbildung und Schulung der relevanten Berufsgruppen im Krankenhaus ist unabdingbarer Teil eines Grundverständnisses für Patienten mit kognitiven Risiken und strategischer Ansatz für die Zielstellung hin zu einem „demenzsensiblen Krankenhaus“.

 


 

Neu: »Schicksal Demenz – Hoffnung Prävention«

Referent: Dr. Josef Hille, Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft Leipzig

 

DEMENZ wird nicht ohne Grund als das Damoklesschwert der Gesellschaft genannt. Experten sprechen von der Pandemie des 21. Jahrhunderts. Die Zahl der Betroffenen steigt jährlich. 1,6 Millionen Menschen sind zurzeit in Deutschland von Demenz betroffen. 2040 ist mit circa 3,0 Millionen Menschen mit Demenz zu rechnen. Jährlich kommen ca. 200.000 hinzu.
Keine der früheren Gesellschaften in der Menschheitsgeschichte ist je mit dem heutigen Ausmaß der Demenz in der Bevölkerung konfrontiert worden, so dass keine erprobten Lösungen verfügbar sind. Die Demenz verursacht den größten Hilfebedarf in der Geschichte der Menschheit.
Gegen Demenz hat die Medizin bislang wenig anzubieten und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich daran kurzfristig etwas ändern würde. „Die bemerkenswerteste Eigenschaft der klinischen Medikamentenstudien ist ihr wiederholtes Scheitern darin, irgendeine wirksame Therapie zu finden“ (Demenzforscher Peter Whitehouse).
Einer der weltgrößten Pharmakonzerne, die amerikanische Firma Pfizer, hat bekanntgegeben, die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente im Bereich der neurodegenerativen Erkrankungen, wie z.B. der Alzheimer Erkrankung, einzustellen und 300 Mitarbeitern zu kündigen. (Hirnliga e.V., 12.01.2018)
Demenzen setzen der Vorstellung, naturwissenschaftlicher Fortschritt könne alle körperlichen und geistigen Funktionsstörungen irgendwann in den Griff bekommen, einen empfindlichen Dämpfer auf.
Groß ist deshalb die Angst vor der Demenz im Alter, gibt es doch bis heute keine kausal wirkenden Medikamente und keine kurativen Therapien für eine Heilung. Hoffnung verspricht die Forschung zur Demenzprävention, die mittlerweile als der wichtigste Weg zur Demenzbekämpfung angesehen wird. Auch wenn es keine 100%ig wirkenden präventiven Maßnahmen gibt, existieren neue aktuelle neurobiologische Erkenntnisse, die Grundlage für wirkungsvolle Ansätze zur Vorsorge gegen Demenz bilden können.

 


 

»Demenz – die Herausforderung des 21.Jahrhunderts«

Referent: Dr. Josef Hille, Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft Leipzig

 

Rein statistisch gesehen ist heute jeder Zehnte im Alter zwischen 70 und 80 Jahren von Demenzerscheinungen betroffen. Die immer noch steigende Lebenserwartung hat uns ein Problem beschert, dessen Bewältigung beispiellos für die moderne Zivilgesellschaft ist. Angesichts des medizinischen Fortschritts, des demografischen Wandels und der sich ständig verändernden Familienstrukturen muss die Gesellschaft menschenwürdige Lösungen finden. Ein Leben mit Demenz in Würde zu gestalten, wird eine der größten individuellen und gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sein – für Betroffene ebenso wie für Familien.

 

Der Vortrag wird über die verschiedenen Aspekte des Problems „Leben mit Demenz“ informieren. Im Anschluss ist Gelegenheit zu Fragen und zum Gespräch.

 


 

»Vergessen? Demenzkranke und ihre Angehörigen unterstützen.«

Referent: Dr. Josef Hille, Alzheimer Angehörigen-Initiative Leipzig e.V.

 

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit demenzieller Erkrankungen. Demenz ist mehr als andere Krankheiten eine Herausforderung für Betroffene und ihre Familien. Die Diagnose wirkt auf den Kranken und die Angehörigen wie ein Schock. Sie stehen plötzlich vor Problemen, auf die sie nicht vorbereitet sind. Einschneidende Maßnahmen für die Versorgungssicherheit des Kranken werden häufig begleitet von familiären Konflikten und dramatischen Auswirkungen auf die eigene Lebensplanung. Mehr als zwei Drittel der Demenzkranken wird, innig gewünscht weil einzig zuverlässig, von ihren Familienangehörigen zu Hause versorgt und aufopferungsvoll begleitet. Über Jahre stehen die Angehörigen bei zunehmender Hilflosigkeit des Demenzkranken in der Pflicht und sind dabei weitgehend auf sich allein gestellt.

 


 

»Daheim statt Heim – Wunsch und Verpflichtung«

 

beleuchtet das Spektrum um die Krankheit Demenz sowohl aus der Sicht der Angehörigen als auch der betroffenen Demenz-kranken.
Das Anliegen dieses Vortrages ist es, die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnose zu begründen und um mehr Verständnis für die betreuenden und pflegenden Angehörigen und ihre an Alzheimer und/oder Demenz erkrankten Familienmitglieder zu werben.

Nach dem einführenden Vortrag von ca. 30-45 Minuten wird die Gelegenheit zu einer ausführlichen Diskussion angeboten.

 


 

»Wenn das Vergessen beginnt – das frühe Stadium der Demenz«

 

Die ersten Symptome der Demenz vom Typ Alzheimer werden oft nicht sofort erkannt. Meist wird die Demenz vom Typ Alzheimer zum ersten Mal vermutet, wenn der Betroffene z.B. vergisst Termine einzuhalten oder Rechnungen zu begleichen. Hinzu kommt noch ein Nachlassen der intellektuellen Fähigkeiten des an Demenz Erkrankten. Da die Betroffenen feststellen, dass sie ihr tägliches Leben nicht mehr alleine organisieren können und im Alltag nicht mehr zu Recht kommen, sind sie oftmals gereizt oder depressiv. In diesem Stadium der Krankheit ist der Betroffene schon auf die Hilfe seiner Angehörigen angewiesen.

In diesem Vortrag erfahren Interessierte und betroffene Angehörige mehr über die Krankheit und deren Symptome und erhalten hilfreiche Anregungen zum Umgang mit den betroffenen Familienangehörigen.

Die hier aufgeführten Themen und weitere können als Vorträge, Seminar oder Workshop gebucht werden. Individuelle Themen, bzw. Anpassungen an Ihre Wünsche sind möglich.

 


 

„Du und ich – Leben mit frühem Alzheimer“

Videofilm von Sieghard Liebe

 

Der Dokumentarfilm „Du und ich – Leben mit frühem Alzheimer“ wurde erstmals im Jahr 2004 zum 4. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Lübeck mit nachhaltiger Resonanz gezeigt. Der Filmsequenzen zeigen innerhalb von 45 Minuten, verbunden durch eingeblendete Tagebuchaufzeichnungen, wie durch die frühe Alzheimer-Erkrankung der Ehefrau mehr und mehr die Bezüge zur Vergangenheit, zur Realität, in Zeit und Raum verloren gehen. Mit dem Verblassen der Sprache wird der Verlust an Persönlichkeit deutlich.

In der Laudatio des 2006 mit dem Sonderpreis der Thüringer Landesmedienanstalt ausgezeichneten Videofilms heißt es: „-Du und ich- ist ein sehr persönlicher, ein mutiger Film über die Liebe. Er bestürzt und ergreift, lässt uns nicht los. Der Ehemann begleitet seine Frau in die Krankheit, ins Dunkel ohne Ausweg. Tagebuchähnliche Aufzeichnungen führen uns über die einzelnen Stufen der Erkrankung. Sie verhehlen nicht den Schmerz -beider-, zeigen aber auch die immer kürzer werdenden Augenblicke gemeinsamer Freude. Die Unausweichlichkeit vor Augen halten die Eheleute an der Liebe fest. Hieraus bezieht der Film seine stille Größe und das tiefe Gefühl, die uns trösten und zugleich den Mut nicht nehmen. Alles geht dahin, aber die Liebe – bleibt!“

Ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung ist das Angebot, ein nach dem Videofilm anschließendes Gespräch mit dem Autor, Herrn Liebe, zu führen.

Diplomfotografiker Sieghard Liebe ist Gründungsmitglied und Mitglied im Vorstand der Alzheimer Angehörigen-Initiative Leipzig e.V.

Der Dokumentarfilm „Du und ich-Leben mit frühem Alzheimer“ wurde beim Wettbewerb „Video der Generationen“ 2007 in der Kategorie „50plus“, mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

Jurybegründung:

Was bedeutet es persönlich, wenn die gerade noch voll im Berufsleben stehende Lebenspartnerin, mit der man auch wunderbare Reisen und Wanderungen unternehmen konnte, mit 52 Jahren plötzlich an Alzheimer erkrankt und mehr und mehr den Bezug zur Realität verliert? Der Film über den unaufhaltsamen Persönlichkeitsverfall eines geliebten Menschen greift dieses tabuisierte Thema in bewusst fragmentarischer Form auf, die stimmig der Gefühlswelt des Autors entspricht. Zugleich ist der Film ein bewegendes Dokument der innigen Beziehung und der großen Liebe der Eheleute, von der sich der Filmemacher und Ehemann langsam verabschieden muss. Ohne Voyeurismus und voller Respekt gelingt es Sieghard Liebe, die deprimierende Wirklichkeit filmisch abzubilden und diesen Prozess des Abschiednehmens für sich zu verarbeiten. „Mit der Kamera halte ich dich fest“, konstatiert Sieghard Liebe im Film. Wir Zuschauer sind dankbar, dass er uns an diesem Prozess teilhaben lässt.

Filmausschnitt:

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Inhalt:

Mit 52 Jahren wurde bei meiner Ehefrau die Alzheimererkrankung festgestellt. Dank verständnisvoller Vorgesetzter und Medikamente konnte sie noch über zwei Jahre ihre verantwortungsvolle Tätigkeit ausüben. Später wurde die Krankheit in ihrer Entwicklung rapide beschleunigt. Aber nicht die nachlassende Hirnleistung, sondern die sich einstellende motorische Unruhe wurde zum Hauptproblem. Als Alleinpflegender musste ich sie schließlich nach knapp vier Jahren ins Pflegeheim geben.

Selbstdarstellung:

Ich habe bisher ausschließlich Familien- und Urlaubsfilme aufgenommen. Das Filmen meiner kranken Frau bedeutet für mich eine Art Realitätsbewältigung, in dem ich die Kamera zwischen mich und die zuweilen deprimierende Wirklichkeit bringe.

Interview:

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